Geheime Botschaften aus der Puszta
Wie Ziehbrunnen zu den Funkgeräten der Hirten wurden
Die ungarischen Hirten nutzten Ziehbrunnen auf eine einzigartige Weise – als Kommunikationsmittel, ähnlich den Rauchzeichen der amerikanischen Ureinwohner.
Dank der klaren Luft und weiten Sichtweiten der Puszta konnten die Hirten Nachrichten über große Entfernungen hinweg übermitteln. Unterschiedliche Stellungen der Brunnenbalken übermittelten dabei viele wichtige Informationen.
Ob Gendarmen oder andere Amtspersonen sich näherten, das Brunnenwasser vergiftet war, oder ob unerlaubte Tiere schnell versteckt werden mussten – die Ziehbrunnen halfen, essentielle Botschaften zu verbreiten. Auch frohe Nachrichten wie ein bereitstehendes Mittagessen oder Besuch von Frauen konnten geteilt werden.
Die Hirten standen im Zentrum der Rinderzucht und sind auch heute noch ein unverzichtbarer Teil des Nationalparklebens. Viele von ihnen stammen aus Familien, die seit Generationen diesem Beruf nachgehen und ihr umfangreiches Wissen über Tiere und die Natur weitertragen.
Innerhalb der Hirtenarbeit gab es eine klare Hierarchie: Der „számadó“ trug die Verantwortung für die Herde und musste über deren Bestand Rechenschaft ablegen, während der „bojtár“ sich direkt um das Hüten kümmerte.
Die Kleidung der Hirten war nicht nur traditionell, sondern auch funktional. Ein blaues Hemd, oft mit Asche gefärbt, und eine weite Hose gehörten zur Standardausrüstung, ergänzt durch eine schwarze Weste und einen Hirtenhut, der mit Vogelfedern dekoriert wurde.
Die Federarten verrieten dabei den Rang des Hirten. Diese Hüte, aus dichtem Filzstoff, schützten vor Regen und Sonne und lieferten den perfekten Schutz in der freiliegenden Landschaft.
Im Winter wärmte ein kunstvoll bestickter Mantel (der szűr oder cifraszűr) den Hirten, während ein Schafleder- oder Schafspelzumhang (suba) Schutz vor Wind und Nässe bot. In der Anfangszeit trugen die Hirten einfache Bundschuhe, die später durch stiefelfestes Schuhwerk ersetzt wurden, unerlässlich fürs Reiten.
Unersetzliche Helfer waren auch die Hirtenhunde, deren Schutz und Unterstützung beim Treiben und Bewachen der Herden von unschätzbarem Wert war. Somit war die Arbeit der Hirten nicht nur ein Handwerk, sondern eine Lebensweise, die tief mit Tradition und Natur verbunden ist und bis heute in Ehren gehalten wird.
Diese Geschichte stammt aus der Überlieferung und dient lediglich der Unterhaltung.
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